Von der Idee zum Plan

Wie kommt man auf so eine seltsame Idee, mit dem Motorrad Afrika bereisen zu wollen? Manchmal wachsen diese Ideen in Jahrzehnten. Ganz langsam. So wie Bäume im Wald wachsen - auf welche andere Metapher soll ein Förster sonst auch kommen?  

Mein erster Kontakt mit Afrika-Motorradreisenden hatte ich ungefähr mit 24, als ich einen Bekannten meiner damaligen Freundin traf. Klaus, so hieß er, begleitete uns auf einer Motorradreise nach Rügen. Das war 1991 nach dem Mauerfall noch ein wirkliches "Abenteuer" in fremdes Land. Dieser Klaus war ein paar Jahre älter und ist von Deutschland bis in den Sudan gefahren. Was war ich damals beeindruckt! Ein Held auf zwei Rädern!
Jahrelang schlummerte dieses Gefühl, ohne dass es sich einen Weg in die reale Welt gebahnt hätte. Dieser Impuls nach kam erst, als ich die Reiseberichte von "Long Way Round" und "Long Way Down" von Charly Borman und Ewan McGregor in Buch und Film verschlang. Es folgten eine Reihe weiterer Reiseberichte und Vorträge, die meine Motivation immer weiter steigerten.

Danach war die Welt eine andere: Rucksackurlaube, Endurotouren in den Alpen und erst recht Reisen mit dem Auto waren nur noch Reisen zweiter Klasse. Eine Enduroreise durch Afrika war die Sehnsucht, die gestillt werden wollte. Soweit zur Idee. Ideen müssen sich aber manifestieren, frei nach Erich Kästner:

 

Es gibt nichts Gutes,
außer du tust es!

 

Erleichtert wurde die Metamorphose der Idee zum Plan durch meine Frau Lian, die aus Namibia stammt und seit 2002 in Deutschland lebt. Das erleichterte die Auswahl des Startlandes erheblich, es musste natürlich Namibia sein. Die Verschiffung der KTM war nach Walfish Bay geplant - praktisch, dass da auch die Verwandtschaft lebt.

Soweit der Plan. Nun es kam dann doch ganz anders...


Vom Plan zur Wirklichkeit

"Ja, mach nur einen Plan! Sei nur ein großes Licht! Und mach dann noch’nen zweiten Plan. Gehn tun sie beide nicht." Bertold Brecht brachte es in seiner "Ballade von der Unzulänglichkeit menschlichen Planens" auf den Punkt. Mit dem Plan hatte das, was dann kam recht wenig zu tun. Aber das ist ja auch genau das, was Afrika ausmacht.