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Long Way South - von Cafayate nach Mendoza

 

Von Cafayate bis Mendoza sind es 1100 Kilometer. Der schnellste Weg verläuft über die Routa 40 und ist nicht nur lang, sondern auch langweilig. Viele Hundert Kilometer stumpf geradeaus. Also schaue ich mich um, wie ich die nächsten 3 Tage ein wenig interessanter gestalten kann und plane ein paar Umwege ein. Das gelingt auch ganz gut: am ersten Tag fahre ich ein Stück über die Routa 39, die zum Teil in eine Schotterstrecke übergeht. Außerdem kreuzen die R 40, wie auch die R 39 viele Flussbetten die Straße. Das sieht dann so aus, das die Straße in einer Senke verläuft, die in der Trockenzeit problemlos passierbar ist. Falls es jedoch stark regnet wird die Straße mit Wasser, Sand und Geröll überspült. Genau das ist heute Nacht auch passiert. Es hat wohl im Gebirge sehr stark geregnet und ich passiere sicher 2 Dutzend solcher Fußdurchfahrten. Meistens problemlos durch Sand und Geröll, an einer Stelle ist gerade der Bagger dabei, die Straße wieder freizuräumen und lässt mich trotzdem passieren. Auf der R39 hält mich an einer Durchfahrt ein entgegenkommender Autofahrer an und meinte, weiter vorne käme ich nicht weiter. Der Fluß sei zu hoch, kein Durchkommen. Inzwischen habe ich aber gelernt, dass auf die Aussagen der Einheimischen nur bedingt Verlass ist. Die können nicht ausreichend einschätzen, was mit einer leichten Enduro geht und was nicht. Also fahre ich weiter, statt 30 km zurück zu fahren und eine andere Strecke zu nehmen. Irgendwann rolle ich dann durch weichen Sand an den Rand des Flusses und ja, er ist ca. 20 m breit und trüb. Also nicht zu sehen, wie tief. Ich steige erst mal ab, um mir ein Bild zu machen. Richtig wäre ja jetzt, die Furt zu Fuß zu erkunden, aber ich habe keine Lust auf nasse Füße und schaue nach, ob es Spuren anderer Fahrzeuge gibt. Gibt es. Von drei, vier leichten Enduros der Einheimischen. An einer Stelle auf dieser Seite rein und hinten sieht man auch, dass sie durchgekommen sind. Dann schaffe ich das auch. Ich hoffe mal, dass ich keine groben Steine oder tiefen Sand erwische und gebe Gas. Immer schön auf Zug bleiben und durch. Es klappt problemlos und ich bin froh, durch zu sein. Alleine im Wasser feststecken oder gar umkippen wäre nicht so gut gewesen. So war es eine schöne Abwechslung an einem an sich recht unspektakulären Tag.

 

Am zweiten Tag baue ich einen Umweg über La Rioja und die R 150 ein, die durch den Nationalpark Ischigualasto verläuft. Nach 200 km gerader Strecke ist der bergige Park mit seinen Kurven und der Canyon ein Segen. Eine großartige Gegend, die neben dem schönen Landschaftsbild wohl auch viele Dinosaurierfunde zu bieten hat, wie eine Information an einem Dinoskelett in Originalgröße zeigt. Hier lasse ich mir auch ausgiebig Zeit für eine Kaffeepause in Gegenwart einer meiner geliebten Riesenkakteen.

 

Das Finish nach Mendoza ist dann das schlimmste Stück. Kilometerlang geradeaus mit fiesen Längsrillen, Verquetschungen, zum Teil grober, abgefräster Straße und heftiger Wind. Nur am Morgen fasziniert mich eine stillgelegte Bahnstrecke, die neben der Straße verläuft und einige verlassene Bahnhöfe zu bieten hat.

 

Gegen 15 Uhr ist es dann geschafft und ich treffe Marion und Günther, die ich schon in San Pedro und am Salar Uyuni getroffen habe. Wir wollen übermorgen gemeinsam für 4 Tage zu den Iguazu Wasserfällen fliegen. Es ist eine Freude, die beiden wiederzusehen und abends bei einem schönen Lomo (Rinderfilet) unsere Reiseerlebnisse auszutauschen. Nachdem wir uns am Salar getrennt haben, sind sie wegen der Unruhen in Bolivien nach Patagonien gefahren und ich ja nach Peru. Da gabs eine Menge Geschichten zu erzählen! Ein super Abend in einem klasse Restaurant!