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San Pedro de Atacama

 

San Pedro de Atacama - das klingt schon gut!
Auf dem Weg von Antofagasta dorthin waren wir schon gespannt was uns erwartet. San Pedro ist ein kleines Dorf, das fast ausschließlich vom Tourismus lebt, weil es drumherum eine Menge landschaftlicher Highlights gibt. Wir wählten eine Pistenroute von Antofagasta nach Osten entlang des Salar de Atacama und nicht die Fernstraße über Calama. Die ersten hundert Kilometer war die Piste sehr stark von LKW frequentiert, normale PKW sah man kaum - ein Zeichen für die vielen Minen, die sich in dieser Region befinden. Überrascht haben uns die riesengroßen Solarfarmen in der Wüste - das lässt hoffen, das mehr auf nachhaltige Energie gesetzt wird. 80 km vor San Pedro fing dann die Wellblechpiste an... was ein Gerüttel. Die Landschaft genießen konnten wir nur in den kurzen Pausen, ansonsten waren die Augen starr auf die Piste gerichtet. Das war anstrengend bei 30 Grad! Wieder eine Situation, in der wir das Teerband kurz vor der Stadt kaum erwarten konntren. In San Pedro bleiben wir jetzt erst mal 4 Tage und machen Tagesausflüge in die Umgebung. Über Airbnb haben wir wieder einen kleinen, bezahlbaren Bungalow bei einer Bauernfamilie etwas außerhalb gefunden. Man wundert sich, was hier für Preise aufgerufen werden für Absteigen, die bei uns bestenfalls einfacher Standard wären. Es tut gut, jetzt mal eine Reisepause einzulegen und mal nicht jeden Tag weiter zu fahren.
Der Ort an sich hat mich jetzt gerade nicht in seinen Bann gezogen. Ein typischer Backpacker Ort mit Touranbietern, möchtegern-coolen Teens und Mittzwanzigern (genau wie wir früher auch waren ;-)) und ner Menge Abzocke. Nicht so meine Welt. Das drumherum hingegen schon:
wir besuchten das wunderschöne Regenbogental, das uns mit unzähligen Farbschattierungen begeisterte, das Valle de la Muerte mit seinen bizarren Felsen und schließlich die Tatio Geysire, die heißes, stinkiges Wasser in die Luft pusteten und wo wir in den heißen Becken auf 4000 m Höhe mit Blick auf die Vulkane baden konnten. Das war ein absolutes Highlight bisher. Unbedingt zu empfehlen. Der Trick dabei war, dass die Hundertschaften von den Touranbietern ganz früh das sind, und um 10 Uhr schon wieder weg. Wir kamen um 11 Uhr an und hatten fast das ganze Geysirfeld für uns alleine. Top!
An einem Aussichtspunkt am Valle de la Muerte trafen wir auch zufällig Marion und Günter aus Friedrichshafen, die ihren Suzuki Jimney im selben Container nach Chile transportierten und die fast eine identische Route fahren. Da gab´s doch gleich mitten in der Wüste einen selbstgekochten Espresso :-) Die beiden trafen wir dann auch jeden Abend zum gemeinsamen Abendessen und Erfahrungen austauschen. Sehr schön!
Die totale Abzocke war das direkt neben dem Dorf gelegene Valle de la Luna...eine 10 km lange Piste mit schönen Aussichtspunkten, besonders zum Sonnenuntergang. Mit eigenem Fahrzeug darf man aber nur bis 13 Uhr (!) rein, danach kann man nur noch mit Touranbietern und hunderten anderen Schaulustigen die Schönheit "genießen" und sich um das beste Foto streiten. Ich habe gar nichts dagegen, dass die örtliche Bevölkerung mit der Schönheit ihrer Heimat ein paar Pesos verdient, aber das ging uns zu weit, dann verzichten wir lieber.
Einen Tag haben wir dann noch verbracht, um uns auf die Lagunenroute vorzubereiten: die direkte Strecke bis nach San Cristobal mit der nächsten Tankstelle ist 350 km. Da wir aber noch den Abstecher zum Vulkan Uturuncu (6010 m) wagen wollen, brauchen wir Sprit für 500 km...eine Herausforderung für meine KTM mit 12 ltr Tankvolumen. Ich habe ja noch den 10 ltr Reservekanister mit und füllte mir dann noch 3 Wasserflaschen mit insgesamt 9 ltr ab. Das muss dann alles aufs Motorrad...uiuiui...
Bin ja mal gespannt, ob das gutgeht.