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Sea to Summit! Höher, kälter, weiter!

Die letzten beiden Tage haben mir in vielerei Hinsicht den Atem geraubt.
Am 6.10. haben wir uns entschieden, ob der vielen Kilometer nach Norden eine Autobahnetappe auf der Pan Americana einzulegen und sind von unserem Seecamp in der Nähe von Ovalle bis nach Vallenar gekommen. 430 km entlang schöner Landschaften und vorbei an den Observatorien auf den Bergen. Die Atacama Wüste haben wir nun erreicht und fanden 20 km abseits der Stadt einen einsamen Campingspot mitten in der Wüste. Erinnerte mich sehr stark an das Campen in der Namib. Ruhe, Einsamkeit, ein Sonnenuntergang vom Feinsten und wunderbare Wärme. Ich konnte den ganzen Abend noch in kurzer Hose da sitzen und den gigantischen Sternenhimmel bewundern. Toll! Am 7.10. gings dann los von 1200 m in der Atacama Richtung Paso San Francisco und dann lionks zum Salar Pedernales. Höchster Punkt 4330 m! Und eine spektakuläre Anfahrt über stetig ansteigende Pisten, enge Schluchten und Hochebenen. Dann stehen wir oben auf dem Pass und schauen auf Berge, die nochmal 2000 m höher sind! Unglaublich! Solch hoher Berge habe ich noch nie gesehen und ich versuche das mal mit den Alpendimensionen zu vergleichen: du stehst auf dem Mont Blanc und schaust hoch auf die Riesen vor dir. Dazu eine Farbenvielfalt, die kaum zu erfassen ist. Einsam ist es auch: außer ein paar Fahrzeugen von den Minen terffen wir niemanden, keine Insekten, kaum Vögel, keine sonstigen Tiere. Zum Glück auch keine verwahrlosten Hunde mehr. In 3800 m Höhe finden wir einen Campingspot an einem kleinen Stausee mit ein paar Baracken, die wir als Windschutz nehmen. Wir sind fix und fertig. Die letzten 16 km waren übelste Wellblechpiste mit Sandeinlagen und raubte uns nach 370 faszinierenden Kilometern die letzte Kraft. Gerade noch Zelt aufbauen, was kleines Essen und in den Schlafsack. Noch vor dem Sonnenuntergang, weil es durch den starken Wind eisekalt ist. Nachts gehts dann bis -8 Grad runter, da will man nicht mehr aus dem Schlafsack. Die Nacht war dann auch eher kurz. Noch was zur Höhe: Kopfschmerzen stellten sich tatsächlich ein, jedoch nicht so schlimm wie befürchtet. Die leichte Übelkeit und der Schwindel waren unangenehmer. Und das Zelt aufbauen strengte auch wesentlich mehr an, als sonst. Alles in allem ein extremer Tag, von der Schönheit bis zur Anstrengung und den Bedingungen. Aber jeden Moment wert! Unvergessliche Erlebnisse!

Tag 3:
Monte Parisa - Atacama Wüste bei Vallenar: 430 km

Tag 4:
Atacama Wüste bei Vallenar - Salar Pedernales: 370 km