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Höllenfahrt auf der Stadtautobahn

 

21. Reisetag, 25.2.2016, Komatipoort - Nelspruit - Johannesburg, 450 km

 

Die Nacht hielt mal wieder eine Variante bereit, wie man in Afrika um den Schlaf gebracht wird. Nach kläffenden Hunden, krähenden Hähnen, lauter Partymusik und  Straßenfesten, schnarchenden Mitreisenden (sorry Tom :-)) waren es heute Früchte aus einem sehr großen Baum. Die Früchte waren reif und plummsten in unregelmäßigen Abständen auf das Blechdach des Guesthouses. Mit dem Resonanzraum des Dachbereichs war das ein prima Trommelkonzert....

 

 

 

 

Um 6 Uhr musste ich aufstehen, weil die Trommelei zu viel wurde. Irgendwie lustig. Ich gehe als Ausgleich Frühstücken und es gibt echten Illy Cafe! Spitze! Dann weiter zur letzten Etappe bis zur Erlösung beim KTM Händler in Johannesburg. Zuerst läufts gut und schön durch eine schöne Berglandschaft, dann haben wir Pech mit ein paar Baustellen, bei denen wir an Ampeln stehen bleiben müssen. Ich bekomme das Moped aber immer wieder gut angeworfen mit dem ersten Gang.
Der Hauptgewinn wartet in Johannesburg. So etwa 30 km vor unserem Ziel fängt es auf der Stadtautobahn tierisch an zu Gewittern und es kommt ein Platzregen runter. In Null komma nix sind die Klamotten bis auf die Unterwäsche nass, das Wasser steht in den Schuhen, ich sehe nichts mehr, weil die Brille beschlägt und der Verkehr ist total dicht auf den 5-spurigen Straßen und chaotisch. Ich habe Mühe an Tom dranzubleiben und leide mit jedem Kilometer, aber außer einer roten Ampel kann ich mich durchschlängeln und wir kommen völlig fertig und total durchnässt bei Toms Freunden an. Außer dem Sohn Alex ist noch keiner zu Hause und so beißen wir in den sauren Apfel und fahren nass wie wir sind zum nahegelegenen KTM Händler und geben da das Motorrad ab. Ersatzteile sind alle da, morgen müsste alles wieder gehen. Tom bestellt sich nebenan noch neue Reifen beim Händler, dann gehts wieder zurück. Anette und Mike sind beide Deutsche und total nett. Wir können auf dem villenartigen Grundstück im Cottage schlafen, was der reine Luxus ist. Die Chemie stimmt von Anfang an, wir verstehen uns bestens und haben einen schönen Abend auf der Terrasse. Mir fällt es immer schwer, Dinge anzunehmen, aber hier fühle ich mich sehr willkommen, das macht es leicht.

Schon wieder so ein Beispiel dafür, dass aus vermeintlich blöden Situationen schöne Begegnungen entstehen!

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