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Wer braucht schon´ne Kupplung?

 

16. Reisetag, 20.2.2016
Vilanculos - Maxixe - Inhambane - Tofo Beach, 330 km Teer

 

So schön es hier war, ich bin froh, dass es nun endlich weiter geht. Das Losfahren will erst nicht gelingen, erst im Dritten Anlauf habe ich es raus, anzuschieben, den ersten Gang reinzuhauen und richtig Gas zu geben, dass ich in Bewegung komme. Dann gehts los: Reise ohne Halt! Durch Vilanculos zu kommen ist schon ein Abenteuer: an keiner Kreuzung anhalten und immer schön schauen, dass ich mich durch den Verkehr schleuse. Es klappt erstaunlich gut und auf freier Strecke ist das Schalten dann sowieso kein Problem mehr. Geht doch...
 

 

Schade ist nur, dass wir auf der 330 km langen Straße nach Tofo nur eine Pause machen. Ich hätte gerne öfter angehalten um mal was zu trinken oder Fotos zu machen, aber das wäre bei 36 Grad Hitze kein Spaß gewesen mit dem Anschieben. Die Landschaft wird nach Süden hin immer flacher und die Zahl der Palmen nimmt zu - eine riesige Anbaufläche von Kokospalmen. Neben der visuellen Veränderung von Buschlandschaft zu Palmen wird auch das Klima immer heißer. Es ist heute echt anstrengend zu fahren. 20 km vor Tofo müssen wir durch Inhambane, was noch schieriger als Vilanculos ist. Ein paarmal ernte ich Lichthupe und wilde Gestik… wenn die wüssten. Dann in Tofo suchen wir den Mozambeat Backpacker. Als das Schild kommt, kann ich nur weiterfahren und fahre über eine Tiefsandpiste ca. 500 m den Berg hoch… immer Gas, wenn ich hier jetzt feststecke… Es geht mit viel geschlinger und bin oben fix und foxi. Tom kommt nicht hinter mir, also laufe ich zurück im Glauben, er steckt im Sand mit seiner RiesenBMW. Aber ich finde ihn nicht… weg, verschwunden. Was ist jetzt los. Dann kommt er aus der entgegengesetzten Richtung herangefahren, er hat die einfacherere Autostrecke gefunden. Wir sind beide fix und foxi, als wir im Backpacker ankommen. Leider ist die Anlage eher für junges Publikum: riesige Boxen wummern, heute abend “big party”, dafür sehr schöner Pool und Restaurant, viele Gäste kennen wir aus dem Baobab Tree. Sie haben als Unterkunft auch nur Schlafsaal, ein Mietzelt und einen Platz für das eigene Zelt. Ich weiß sofort, dass ich hier nicht wieder die ganze Nacht unter Basswummern wach liegen will. Also schnappe ich mir Toms Bike und gehe auf die Suche nach einer Alternative. Und siehe da, direkt in der Nachbarschaft finde ich das Turtle Cove, eine ruhige Anlage mit kleinem Pool, kaum Gästen und einem Zimmer mit eigenem Bad und WC für 12€/Nacht. Was will ich mehr! Genau mein Ding. Es kostet zwar etwas Überredungskunst, aber Tom kommt dann mit, obwohl er ziemlich fertig ist. Das Fahren im Sand ist mit dem großen Motorrad wirklich nichts für ihn. Wir springen erst mal in denn Pool, trinken ein Bier und halten ein Schwätzchen mit dem Besitzer und erfahren wieder einiges Nützliche für unsere weitere Fahrt nach Süden. Klasse! Das Zimmer ist auch prima und ich freue mich wie ein Schneekönig, dass ich nochmal nach etwas anderem gesucht habe. Zum Dinner gehen wir dann wieder rüber ins Mozambeat, weil bei uns nix los ist. Auf der Dachterrasse sitzt es sich prima, WLAN funktioniert und das Bier ist kalt. Alles bestens! Und von der “big party”, die wohl bis 4 Uhr dauert, bekomme ich nichts mehr mit :-)

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