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Destination Indian Ocean

 

11. Reisetag, 15.2.2016

Chimoio - Inchope - Save River - Vilanculos, 480 km Teer

 

 

 

Ich bin gerädert und brauche Kaffee, den habe ich natürlich auch im Bordgepäck :-) Wir packen zügig, weil ich noch Wasser und einen neuen Ersatzschlauch kaufen möchte. Außerdem brauche ich noch eine Versicherung für das Motorrad...

 

Normalerweise muss man die an der Grenze kaufen, aber an der Minigrenze zu Malawi gab´s die nicht. Ich fuhr die letzten beiden Tage also ohne Versicherung, worüber ich mir dann immer mal wieder auch Sorgen machte. Zum Glück war gestern Sonntag und keine einzige Straßenkontrolle! Das hätte angeblich mit 300 US Dollar zu Buche geschlagen. Also geht die Sucherei los. Wir fragen in mehreren offiziell aussehenden “Büros” nach und bekommen immer die Antwort, dass es das nur an der Grenze gibt, 70 km entfernt. Einer meinte sogar er ist ein Fixer und fährt mit mir mit und besorgt alles. Erstunken und erlogen! Als Tom gerade in einem Office nachfragt, stehe ich hilfesuchend an der Straße und ein weißer hält an und fragt, ob er helfen kann. Klar kann er und erklärt wo das Versicherungsbüro ist: zwei Straßen weiter, 300 m links. Hammer. Da spaziere ich rein, zahle 6 € (Tom hat an der Grenze 35€ dafür bezahlt!) und die Sache ist nach 10 min erledigt. Tolle Staatsdiener haben die hier. Ahnungslose Abzocker!

Die Freude, dass so ein Zufall wieder eine schwierige Situation gelöst hat, überwiegt den Ärger aber bei weitem! Und es läuft weiter richtig gut: bei einem kleinen Strohhütten-Reifenhändler ergattere ich doch tatsächlich einen 18 Zoll Schlauch. Der passt zwar nicht genau in der Breite, aber im Falle einer Panne tuts der auch. Ich bin happy und wir fahren beschwingt los! Endlich nicht mehr alleine!

Es läuft auch alles prima, die Strasse ist schön, windet sich am Anfang noch durch Hügel, später wird´s dann mörderlangweilig: gerade Strecke durch den Busch, ab und zu mal eine Brückenüberquerung, ein paar ausgebrannte Wracks am Straßenrand, das war´s. Heute geht es nur ums Kilometerfressen. Die Langeweile wird einmal unterbrochen, als mein Benzinschlauch abplatzt und mir das Benzin kräftig in den linken Stiefel fließt. Kein Tag ohne Panne! Nix wildes, eine neue Schelle drauf gemacht und weiter geht´s, aber mein Fuß fühlt sich ekelhaft an in seinem Benzinbad. Unterwegs ist interessant zu beobachten, dass die Straßenverkäufer immer in Abschnitten von so 20-30 km die gleichen Waren verkaufen: erst nur Feuerholz, dann nur Bastmatten, dann Benzin in Flaschen, dann Holzkohle, etc. Der Verkehr ist mäßig, nur die LKW und Busse heizen ohne Rücksicht auf alles. Wenn die Schlaglöchern ausweichen, kommen die auch kurz vor dir mal schnell auf deine Fahrbahnseite. Es ist also angesagt immer ganz links zu fahren. Wir kommen gut voran und sind gegen 17 Uhr in Vilanculos am Indischen Ozean. Die Schweizer haben uns einen Backpacker empfohlen, Baobab Tree, den wir auch ansteuern.

Und das ist keine schlechte Wahl. Eine schöne, weitläufige Anlage mit Hütten und Chalets. Wir nehmen zwei getrennte Rundhütten, 50 m vom Meer mit Blick aufs Meer unter Palmen. Ich liebe es jetzt schon. Wenig Gäste, nette, entspannte Atmosphäre, WiFi (funktioniert heute aber natürlich nicht) und kleines Restaurant. Was will man mehr. Der Strand ist der Hit: weißer Pudersand, türkisblaues Wasser! Raus aus den Klamotten und rein ins Wasser! Ein Paradies! Ich geniesse jede Minute im Wasser, bin erleichtert, dass die KTM gehalten hat und wir den “gefährlichen” Teil von Mozambik hinter uns gelassen haben. Abends werden wir von einer deutschen Familie gebrieft, die morgen abreisen uns wieder ein paar Tipps geben. Und beim Einschlafen nur Wind und Meeresrauschen! Traumhaft!

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