Fazit 2015

Wie sieht das Fazit dieser Reise aus?

Eine Reise durch unterschiedlichste Welten. Die Menschen leben in den Teilen so unterschiedlich, dass sie auch von einem anderen Planeten stammen könnten. Ich habe zwar nur einen kleinen Einblick bekommen, der aber schon reichte um zu erkennen, dass selbst die Menschen aus den Nachbarländern sich fast gar nicht kennen. Die Grenzen in Afrika sind schwieriger zu übertreten, was dazu führt, dass ich Leute getroffen habe, die 50 km von der Grenze entfernt wohnen und noch nie dort waren. Ein Großteil der Landbevölkerung hat noch nicht einmal den eigenen Distrikt verlassen und können sich ein modernes westliches Leben kaum vorstellen. Namibia und Südafrika fand ich im Vergleich zu Sambia und Malawi als sehr viel entwickelter und "europäischer", sofern man das sagen kann. Über mich selbst war ich überrascht: ich werde so eine Tour nicht mehr alleine angehen, jedenfalls nicht mehr über eine Woche hinaus. Das Alleine sein will ich in dieser Form nicht mehr, dafür ist mir die Zeit zu schade und ich tausche mich abends dann zu gerne aus. Auch die schönen Erlebnisse sind doppelt so schön, wenn man sie teilt. Alles in allem wollte ich das Abenteuer wagen und habe es bekommen, mit allem Zubehör. In der Rückschau wird auch die Panne was Gutes haben, auch wenn der Moment der Erkenntnis an der Straße und das ewige auf und ab sehr an den Nerven gezehrt haben. Eine lehrreiche Reise für mich. Wieder zu Hause war ich völlig beeindruckt von der Fülle und dem Luxus, den wir hier haben und den wir gar nicht mehr wahrnehmen. Was für uns hier alles selbstverständlich ist und über welche Dinge wir uns aufregen, über man sich in Afrika keine Gedanken machen braucht, weil existenziellere Probleme das Leben beherrschen. Das ist leicht mit dem Intellekt nachvollziehbar – wenn man es am eigenen Leib erfahren hat, hat diese Erkenntnis eine ganz andere Bedeutung. Ich hoffe, ich kann mir die Dankbarkeit und Demut möglichst lange erhalten.

 


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