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Lake Malawi / Cape McLear

15. Reisetag: 20.2.2015: Senga Bay - Cape McLear, Lake Malawi National Park (185 km)

Ich frühstücke noch hier und breche dann bei bestem Sonnenschein auf. Die von Menschen bevölkerte Straße geht mir heute ein wenig auf die Nerven und ich bin froh, als es nach Salima etwas einsamer wird und überall Baobabs zu sehen sind. Vor allem die letzten 20 km nach Cape McLear über eine winzige Teerstraße und Pad sind herrlich. Auf der Suche nach dem Eagels Nest Resort verfahre ich mich einmal und bin mitten in einem Fischerdorf, wo mir die Bewohner gleich den Weg zeigen. Ich fühle mich wie ein Eindringling, die Leute sind aber hilfsbereit und zeigen mir den Weg. Das Resort ist wunderschön am Rand gelegen, der Campingplatz einsam  zwischen Granitfelsen und direkt am See. Traumhaft! Bar und weißer Sandstrand mit Hängematte machen es perfekt. Und endlich wieder Wifi, die Verbindung zur Welt...

Es tut gut, endlich einmal nur am Stand zu sitzen und zu relaxen. Keine Kilometer fressen - herrlich! Ich überlege wie die Reise weitergeht. Das alleine Reisen macht nicht wirklich Spaß und ich vermisse es, meine Eindrücke zu teilen. Facebook ist dafür kein Ersatz. Erstmal kommen mir Zweifel, ob ich die Runde über Sansibar bis Moshi zuende fahren soll, oder von Lusaka nach Hause fliege, oder sogar wieder nach Windhoek fahre. Das Durchziehen des Plans hieße noch ca. 2800 km alleine fahren und nächstes Jahr nochmal so viel zurück nach Namibia. Außerdem wird der Aufenthalt und die Straßengebühren für ein Jahr in Tansania extrem teuer. Da muss ich auch nochmal mit 1500 - 2000 € rechnen. Als Alleinfahrer ist das Land sündteuer. Und ehrlich gesagt, vermisse ich die Einsamkeit Namibias. Die vielen Leute, das ständige angequatscht werden ermüdet mich. Miss the desert! Dagegen spricht, dass Sansibar und der Kili schon extrem lockende Ziele sind. Trotzdem bin ich im Moment nicht bereit, die Strapazen auf mich zu nehmen. Kommt aber vielleicht auch wegen meines erschöpften Zustands. Alternative wäre zurück nach Windhoek, einen billigen Flug nehmen und noch eine Woche Urlaub sparen. Das würde auch den Saisonstart etwas entspannen... ich bin hin und hergerissen. Dagegen spricht die monströse Strecke wieder zurück fahren zu müssen, mit langen Etappen... Trotzdem, wenn ich in 3 Tagen von Lilongwe zum Nunda Camp käme, wäre das eine prima Sache. Ich entscheide das übermorgen, wenn es weitergeht. Es tut gut heute Kontakt zu Lian zu haben und Bilder auszutauschen. Das Abendessen ist auch gut und ich lerne noch ein malawisches Pärchen mit 4-jährigem Sohn kennen. So ist der Abend versöhnlich und sehr entspannt, trotz meiner inneren Auseinandersetzung. Ich liege gerade im Zelt, als es anfängt zu regnen und zu gewittern. Mein kleines, tapferes Zelt bleibt aber dicht und ich genieße das Geräusch der Regentropfen statt der Party gestern. So unterschiedlich kann man Regen empfinden.


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Kommentare: 2
  • #1

    Pilgrim Donatus (Samstag, 14 März 2015 12:20)

    Warum gibt eigentlich niemand Kommentare ab...der Reisebericht ist klasse und auch noch einiges gelernt : Victoriafälle von Sambesischer Seite anschauen, im Malawisee kann man sogar Tauchen und Straßengebühren (wie bitte, nur um durchs Land zu fahren?) sind abartig teuer! Danke :-)

  • #2

    Bernd Knopp (Samstag, 14 März 2015 14:20)

    Hallo Pilgrim Donatus,
    danke für deine netten Kommentare. Hat mich gefeut, dass dir meine Reiseberichte gefallen. Gerne Weiterempfehlen! :-)
    Beste Grüße