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Grenze Botswana - Maun / Okavangodelta

5. Reisetag: 10.2.2015: Zelda Game Lodge - Botswanische Grenze - Ghanzi - Maun (530 km)

Die Routine hat mich nicht verlassen, das eingespielte Morgenritual mit Duschen, Kaffee kochen, Müsli zubereiten, alles wieder einpacken funktioniert schnell und so bin ich schon vor 10 Uhr auf der Piste. Nach 20 km wartet die erste Grenze, immer ein merkwürdiges Gefühl. Warum eigentlich? Alle Papiere sind in Ordnung und doch erwarte ich eine gewisse Willkür...

Aber nicht heute und hier. Beide Grenzposten sind sehr freundlich und nach etwas mehr als einer halben Stunde sind alle Dokumente und Stempel da wo sie sein sollen und die Straßengebühr ist bezahlt. Ich weiß nicht, was genau ich erwartet habe, aber die Strecke nach Maun ist genauso wie in Namibia: einsam, gerade, gut geteert. Geändert hat sich die tierische Gesellschaft: Überall in dem Streifen neben der Straße grasen Pferde, Rinder, Ziegen und Unmengen Esel. So viele habe ich noch nie gesehen. Die Viecher überqueren auch nach eigenem Willen die Straße und so muss ich trotz schnurgerader Straße trotzdem ständig aufmerksam bleiben. Trotzdem bleibt genug Zeit dem meditativen Element des Motorradfahrens nachzugehen und mir Gedanken über Gott und die Welt zu machen, wie gestalte ich die nächsten Seminare und Coachings, was will ich dieses Jahr erreichen, was ist mir wichtig und was möchte ich nicht mehr in meinem Leben haben.. im Alltag nehme ich mir dafür viel zu wenig Zeit. 100 km vor Maun gibt es ein Gewitter, es regnet heftig und blitzt. Ich mache mir Gedanke über Faraday´sche Käfige und die Auswirkungen eines Blitzes auf einen nassen Motorradfahrer. An einer Haltebucht bleibe ich stehen, um die große Gewitterwolke vor mir vorbeiziehen zu lassen. Ein uralt-Toyota steht auch da und nach kurzer Zeit kommen zwei Buschmänner aus dem Gehölz, einer spricht englisch und im nu ist ein interkulturelles Gespräch vom feinsten im Gange. Er erklärt mir wo und wie er wohnt und was sie im Busch tun. Eine kurze Floraschulung ist auch dabei. Er hat sichtlich Spaß dabei, mir zu erklären, wo man die leckeren Beeren sammeln kann. Eine nette Begegnung, von der ich glaube, dass wir beide mächtig beeindruckt waren und neugierig auf die unterschiedlichen Lebensweisen. Das Ziel ruft, die Strecke zieht sich, am Ende habe ich 530 km und einen Grenzübertritt auf der Uhr. In Maun finde ich dann das mit Tom verabredete Guesthouse erst nach einigen Ehrenrunden und mit Hilfe eines Militärpostens, der mir den Weg beschreibt, da ich ja kein Navi mehr habe, muss ich ja fragen :-) Dann rolle ich endlich auf den Hof, die 1200 GS Adventure mit Koffersystem steht schon da, Tom kommt gleich von der Bar und begrüßt mich mit einem Hug. Erster Eindruck: passt! Die ersten Minuten sind von Freude darüber gekennzeichnet, dass wir einen Teil des Weges gemeinsam machen können und so schmeckt das Ankommensbier nochmal so gut. Der Abend wird dann noch recht lang und feucht. Neben dem ersten Kennenlernen sin heute noch eine Menge anderer Lokals und Traveller an der Bar und lassen uns kaum Zeit, unsere Geschichten zu erzählen.


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