· 

Wo dir Zebras vor´s Motorrad laufen

2. Reistag: 7.2.2015: Rock Arch - Solitaire - Remtshoogte Pass - Namib Grens Camp (310 km Schotter)

In der Wüste schläft man nicht lange. Nachts wird es zum Teil empfindlich kalt, aber sobald die Sonne über den Horizont kommt, hat man noch eine halbe Stunde, bis es richtig heiß wird im Zelt. Also ein letztes Mal beim Frühstückskaffee mit "Rusks" (eine Art Müsligebäck) die unglaubliche Aussicht genossen, dann geht´ s schon vor 10 Uhr wieder auf "die Pad". Der Weg nach Solitaire ist wieder mit vielen Begegnungen mit Oryx- und Zebraherden gesegnet, manches Mal springen die Zebras nur 50 m vor mir über die Straße. Ein herrliches Bild...

Dahinter die Granitberge und die roten Dünen der Namib hinter einem sanft grünen Schleier der Ebene. In der letzten Woche hat der Regen das vertrocknete Gelb in frisches Grün verwandelt. Mehr Afrika geht kaum, es wirkt fast schon kitschig.

Solitaire ist ein merkwürdiger Ort. Einerseits im nirgendwo gelegen, ein Hort der Einsamkeit, andererseits ein "Verkehrsknotenpunkt" mit Tankstelle, Werkstatt, Shop, Geldautomat, Camp und Bäckerei. Ich finde diese Mischung immer wieder faszinierend, dieses Mischmasch zwischen Kommen und Gehen, Bewegung und Ruhe, Beständigkeit und Veränderung. Es hat was von wildem Westen. Fehlen nur die Pferde und Colts. Beim Tanken wird man beäugt und befragt (ein Alleinreisender Motorradfahrer ist immer noch etwas exotisches), man tauscht sich aus, wo kommst du her, wo geht es hin. Es ist oberflächlich, aber als unkomplizierte Kontaktaufnahme finde ich es wohltuend. Alle vereint irgendwie dieser einsame Ort, der uns hier auf unterschiedlichste Weise zusammengebracht hat. Weiter geht’s über den umwerfenden Remtshoogte Pass, eine lange, sanft ansteigende Straße, die sich durch das Felsengebirge schlängelt und mit Furten, Kurven und viel Abwechslung gespickt ist. Das Camp wird auf der Farm "Namib Grens" aufgeschlagen, wieder mit den Annehmlichkeiten der im Land Cruiser mitgeführten Annehmlichkeiten. Das Camp in einem Felsenkessel liegt wunderbar einsam, hat mit Dusche, WC, Grillstelle, warmen Wasser sämtliche Annehmlichkeiten. Schön auch, dass wir die einzigen Campinggäste sind, das macht den Ort noch exclusiver. Der Tag endet mit einem Sprung in den Felsenpool, Savanna und Kudusteaks am Lagerfeuer unter Sternenhimmel. Was will man mehr, wunderschön. Ich fühle wie die Wüste langsam meine innere Uhr verlangsamt und die europäische Hektik hinter mir zurück bleibt.

 


Kommentar schreiben

Kommentare: 0